The Times They Are a-Changin‘

Dienstag, 28. März 2017
Podiumsdiskussion mit Sven Afhüppe, Chefredakteur des Handelsblatts, über modernes Management an der Quadriga Hochschule Berlin

Vor seinem geplanten Abflug mit Angela Merkel zur Reise in die USA diskutierte Handelsblatt-Chefredakteur Sven Afhüppe gemeinsam mit Prof. Dr. Christian Heinrich und Prof. Dr. René Seidenglanz die aktuellen gesellschaftlichen und ökonomischen Herausforderungen durch die Digitalisierung für den Standort Deutschland.

Im Rahmen der Campustage am 10. und 11. März umriss Afhüppe vor Studierenden und Studieninteressierten den Status Quo der Digitalisierung in deutschen Unternehmen und machte deutlich, dass dieses Thema unsere Gesellschaft maßgeblich prägen wird. Prof. Heinrich bekräftigte dies: „Auf die Globalisierung unserer Produktions- und Absatzmärkte folgt die Digitalisierung durch datenbasierte Geschäftsmodelle,“ so der Professor für Digitale Transformation.

Auf die Frage wie Deutschland auf die Digitale Transformation vorbereitet sei, zeigte Afhüppe deutliche Unterschiede im Bildungssystem im Vergleich zu anderen Ländern auf: „Grundsätzlich mangelt es in Deutschland an betriebswirtschaftlicher Ausbildung in allen Bereichen. In zwei Ländern ist Wirtschaft seit 2017 erst ein verpflichtendes Schulfach – Bayern und Baden-Württemberg.“ Das mangelnde Wissen von BWL-Basics sei ein Grund für die sich noch sehr schwach entwickelnden Gründungszahlen. „Da das Bildungsangebot im wirtschaftlichen Bereich bereits so gering ist, müssen wir schnellstmöglich im Bereich digitaler Bildung aufholen, um den Anschluss an andere Länder, in denen Programmieren und der Einsatz digitaler Medien im Unterricht selbstverständlich sind, nicht zu verlieren,“ erklärte Prof. Heinrich.

In der Podiumsdiskussion für Studieninteressierte der Master- und MBA-Programme an der Quadriga Hochschule Berlin wurde auch der Standort Deutschland diskutiert, der exzellente Ingenieure hervorbringe und dadurch noch eine sehr gute Positionierung im B2B-Bereich einnehme. Die Stärke im Bereich deutscher Unternehmen liege seit langer Zeit in der strukturierten und präzisen Ausführung von Aufgabenstellungen. Auf Digitalisierung übertragen wird dies als Deep Tech bezeichnet. „Nachdem die digitalen Geschäftsmodelle im B2C weitestgehend von amerikanischen Unternehmen dominiert werden, gilt es jetzt, die B2B-Geschäftsmodelle unserer Großunternehmen und mittelständischen Weltmarktführer auf die digitale Ebene zu heben,“ erläutert Prof. Heinrich. Nicht nur Robotik, sondern ein weites technologisches Spektrum um Künstliche Intelligenz, 3D-Druck-Technologie, datenbasierte Plattformen oder IoT müssten mit den bestehenden Geschäftsmodellen verbunden werden. „Eine ganzheitliche Digitalstrategie ist notwendig und kann sogar disruptiv gegen das alte Business laufen, um dadurch als Gewinner hervorzugehen und schneller als der Wettbewerb zu sein“, so Prof. Heinrich.