Was können wir von Start-ups lernen?

Mittwoch, 26. April 2017
Jury-Mitglied Prof. Dr. Christian Gärtner über den HR Start-up Award am 30. Juni 2017

Herr Prof. Gärtner, was bedeutet Ihnen die Jurymitgliedschaft?

Ich freue mich sehr, dass ich als Jurymitglied beim HR Start-up Award dabei bin. Ich beschäftige mich in Forschung und Lehre intensiv mit Themen der digitalen Transformation und hier insbesondere mit der People- und Business-Dimension. Deshalb bin ich besonders neugierig auf kreative und umsetzbare Business-Lösungen. Die Jury ist super besetzt und ich denke, wir haben eine gute Verteilung von Unternehmen, Verbänden und Hochschule. Ich finde es spannend zu sehen, dass es weniger eine Rolle spielt, ob die Jury-Mitglieder aus großen, mittleren oder kleineren Unternehmen kommen – was alle eint, ist die Offenheit für Neues.

Was können wir Ihrer Meinung nach von Start-ups lernen?

Zunächst natürlich etwas über neue Produkte oder Dienstleistungen. Dann aber auch etwas über die People- und Business-Dimension. Wir wissen schon länger, dass wirklich innovative Ideen auch mit einem hohen Risiko des Scheiterns einhergehen. Was wir noch besser verstehen müssen, ist, was Menschen motiviert solche Risiken einzugehen – und wie sie damit umgehen. Der „Garagen-Gründungsmythos“ wird meist etwas verklärt. Auch bei Start-ups haben sich Strukturen und Prozesse in kürzester Zeit professionalisiert. Für mich ist es interessant, wie sie es schaffen, ihre Mitarbeiter weiter zu motivieren, das Produkt und die Lösung zu optimieren und dabei nicht in bürokratischen Aufwand zu ertrinken oder sich in politischen Machtspielen aufzureiben. Und einige haben auch da gute Ideen entwickelt.

Welche Trends beobachten Sie aktuell bei Start-ups im HR-Bereich?

Ein Trend hängt mit dem oft technologieorientierten Kern der Produkte zusammen – und da geht es seit ein paar Jahren vor allem darum, wie man Datenmengen so auswerten kann, dass sie Entscheidungen im Businessalltag verbessern. Die Buzzwords kennt wohl jeder: „Big Data“, besser noch „Smart Data“, wenn nämlich die Daten mit Verfahren aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz wie zum Beispiel neuronalen Netzen oder adaptiven Algorithmen „intelligent“ ausgewertet werden. Intelligent meint hier meist: passend für die jeweilige Aufgabe, selbstlernend und automatisiert.

Sind heutzutage alle Innovationen digitaler Natur?

Nein. Neben den digital getriebenen Start-ups, sehen wir immer wieder GründerInnen, die wichtige unternehmerische und zugleich gesellschaftliche Probleme angehen. Das können Programme für die berufliche Integration von Flüchtlingen sein, Lösungen für  die Flexibilisierung von Arbeit oder die Förderung von Freiberuflern aus den Bereichen kultureller und kreativer Arbeit, wo es traditionell immer etwas an Business Know-how hapert. Dass auch solche Start-ups meist Informationstechnologien wie Datenbanken oder Apps einsetzen, heißt nicht, dass das der Kern ihres Geschäftsmodells ist. Dieser ist immer noch die gute Idee – und die muss nicht notwendigerweise „digital“ sein.

 

Über den HR Start-up Award

Auch 2017 belohnt der HR Start-up Award Jungunternehmer, die der HR-Community kreative und innovative Business-Lösungen bereitstellen. Mit einer renommierten Jury kürt die Quadriga Hochschule Berlin gemeinsam mit der hkp/// group auf dem Personalmanagementkongress am 30. Juni den Sieger. Hier finden Sie weitere Informationen zum HR Start-up Award 2017.

 

Noch bis zum 30. April können Sie Ihre Projekte für den HR Start-up Award 2017 einreichen!

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